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Förderschulzweig
Seit es eine integrierte Gesamtschule in Wetter gibt, gibt es auch die mit ihr organisatorisch als Schulzweig verbundene Förderschule. Das war bereits in den 90-er Jahren etwas Ungewöhnliches in Hessen und ist es bis heute geblieben. Seit dem 1.8.1993 arbeitet der Förderschulzweig als verbundene Förderschule mit verschiedenen Förderschwerpunkten.
Zum einen ist die Förderschule ab der Sekundarstufe I auf allen Ebenen der Schulgemeinde eng mit der Gesamtschule vernetzt. Die Umgestaltung der Wollenbergschule in eine Jahrgangsgegliederte Gesamtschule seit dem Schuljahr 1990/91 erweitert die Kooperation auf Jahrgangsebene sehr. Durch frühe Interventionsmöglichkeiten bei Lern- und Verhaltensproblemen wird die Notwendigkeit einer Aussonderung verringert. Die Wollenbergschule bietet an vier Nachmittagen ein freiwilliges Unterrichtsangebot mit Mittagsbetreuung an. Die Förderschule sieht darin eine große Chance, auch Fördermaßnahmen, wie z.B. Wahrnehmungstraining, Konzentrationstraining, Angebote aus dem Bereich der Psychomotorik u. a. in diesen Rahmen einzubinden.
Zweites Merkmal
Das zweite Merkmal wird durch die Tatsache, dass die Förderschule schulorganisatorisch immer ein Teil der Gesamtschule war, bedingt. Sie hat ihre Arbeit immer als Teil der allgemeinen Schule gesehen und das hat konsequenterweise zu einer inneren Schulreform zur Verwirklichung einer integrativen Pädagogik geführt: Die Schüler lernen am gleichen Gegenstand auf unterschiedlichem Lernniveau. Die Differenzierung findet durch Außendifferenzierung, im gemeinsamen Unterricht an der IGS und in den Klassen des verbundenen Förderschulzweiges statt.Verbund Gesamtschule mit dem Förderschulzweig
Da die Gesamtschule und der Förderschulzweig eine organisatorische Einheit sind, ergeben sich viele unbürokratische Kooperationsmöglichkeiten. Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule, die Probleme in den Hauptfächern haben und deren Hauptschulabschluss dadurch gefährdet ist, nehmen in diesen Fächern am Unterricht der Förderschulklassen teil. Sie werden am Förderschulzweig "teilbeschult". Schüler und Schülerinnendes Förderschulzweiges, die einen Hauptschulabschluss anstreben, nehmen in den Hauptfächern, in denen sie den Anforderungen genügen können, am Unterricht der Gesamtschule teil. Sie sind dort "teilintegriert". Diese Möglichkeit nutzen viele der Förderschüler aus der Mittel- und Hauptstufe.Beispiele zur Verdeutlichung der Besonderheiten des Systems
a) Vernetzung von Fördermaßnahmen als Präventive Maßnahme
J. wird seit der 3. Klasse durch das BFZ in ihrer Förderung begleitet.
Förderschwerpunkte: Verhalten, Konzentration, Arbeitsverhalten. Bereits in der Grundschule wird deutlich, dass sie aufgrund ihrer familiären Verhältnisse konstante Beziehungsangebote , klare Strukturen und verbindliche Absprachen benötigt.
All dies sind Förderangebote, die im System der Grundschule umgesetzt werden konnten. So wechselt sie in die 5. Klasse der WSW. Hier wird schnell deutlich, dass die Strukturen des Systems mit einem hohen Anteil an Fachlehrerunterricht, die neue Klasse, neue Beziehungsangebote J. hinsichtlich ihrer emotionalen- und sozialen Entwicklung überfordern. Durch die enge Vernetzung der schulischen Systeme können jedoch folgende Unterstützungssysteme greifen, ohne dass eine Beschulung an der Förderschule notwendig ist:
- Große Runde – Klärung der Situation und notwendiger Hilfen unter Teilnahme des Schulpsychologen, einer für die Schule zuständigen Mitarbeiterin des ASD, der Förderschulzweigleiterin, der Klassenlehrerin, der Mutter
- Teilnahme an einem speziellen Förderkurs, der von jeweils einem Kollegen der Förderschule und einem der IGS an 3 Tagen angeboten wird.
- Führung eines Pädagogischen Tagebuches, das J. 2-mal wöchentlich mit der Schulzweigleiterin durchspricht.
- Enge Beratung durch BFZ
- Auszeitmöglichkeiten am Förderschulzweig
- Beantragung und Installation einer Betreuungshelferin
Erfolg:
- J. konnte durch das Pädagogische Tagebuch ihren Erfolg selbst kontrollieren. Deutliche Fortschritte im Bereich Arbeitsverhalten und Umgang mit Mitschülern.
- Leistungen haben sich verbessert
- Günstige Prognose hinsichtlich der Schullaufbahn
- Enge Elternarbeit weiterhin notwendig, kann aber nach und nach abgebaut werden.
b) Teilbeschulung als Möglichkeit einem umfassenden Leistungsabfall durch gezielte Förderung entgegenzuwirken:
S. ist ebenfalls in der Grundschule durch das BFZ gefördert worden. Deutlich wurden hier bereits ihre Teilschwächen im Bereich Mathematik, aber auch in den anderen Fächern zeigte sie zunehmend weniger Lernmotivation, hielt sich ängstlich zurück und arbeitet unsicher mit wenig Lernerfolgen. Mit dem Wechsel an die Wollenbergschule wurde durch den BFZ-Lehrer ein Bericht für das Schulamt erstellt, in dem der spezifische Förderbedarf im Fach Mathematik festgeschrieben wurde. Die Mutter erklärte sich mit der Teilnahme ihrer Tochter am Unterricht der Förderschule in diesem Fach einverstanden.
Beim Wechsel in die Klasse 5 der Wollenbergschule bestätigen sich die bisherigen Feststellungen zum Förderbedarf. Da in der Klasse noch mehr Kinder einer Förderung bedürfen wird der Mathematikunterricht der Klasse 6 des Förderschulzweigs parallel zu dem der Klasse 5 gelegt, so dass die Schüler problemlos am Unterricht der Förderschule teilnehmen können. Um die Zusammenarbeit der Klassen zu unterstützen, wurde der Sportunterricht zusammengelegt und die Sch. Gemeinsam unterrichtet. Durch die enge Kooperation der Klassen – und Fachlehrer der einzelnen Klassen konnte die weitere Begleitung und Beratung unbürokratisch erfolgen.
Erfolg:
S. konnte ihr Lernpotenzial auf die Anforderungen der übrigen Fächer konzentrieren. Sie nimmt an Förderangeboten der Schule teil und holt schrittweise ihre Lernrückstände im Fach Mathematik auf. In allen anderen Fächern erreicht sie Leistungen im befriedigenden bis ausreichenden Bereich. Die Beratung der Eltern und die Förderplanung erfolgt in enger Kooperation mit dem BFZ
Beim Wechsel in die Klasse 5 der Wollenbergschule bestätigen sich die bisherigen Feststellungen zum Förderbedarf. Da in der Klasse noch mehr Kinder einer Förderung bedürfen wird der Mathematikunterricht der Klasse 6 des Förderschulzweigs parallel zu dem der Klasse 5 gelegt, so dass die Schüler problemlos am Unterricht der Förderschule teilnehmen können. Um die Zusammenarbeit der Klassen zu unterstützen, wurde der Sportunterricht zusammengelegt und die Sch. Gemeinsam unterrichtet. Durch die enge Kooperation der Klassen – und Fachlehrer der einzelnen Klassen konnte die weitere Begleitung und Beratung unbürokratisch erfolgen.
Erfolg:
S. konnte ihr Lernpotenzial auf die Anforderungen der übrigen Fächer konzentrieren. Sie nimmt an Förderangeboten der Schule teil und holt schrittweise ihre Lernrückstände im Fach Mathematik auf. In allen anderen Fächern erreicht sie Leistungen im befriedigenden bis ausreichenden Bereich. Die Beratung der Eltern und die Förderplanung erfolgt in enger Kooperation mit dem BFZ
c) Teilintegration als ein Schritt zur weitergehenden Förderung und Rückschulung
D. wird im 3. Schuljahr nach Feststellung eines Förderbedarfs im Bereich Lern- und Erziehungshilfe in die Grundstufe des Förderschulzweiges umgeschult. Bis dahin verweigerte er jegliche Mitarbeit, setzte sich bei Anforderungen unter den Tisch und verließ unaufgefordert den Klassenraum. Lernfortschritte waren nicht mehr möglich. In einer Großen Runde werden Fördermaßnahmen geplant und abgesprochen. Außerschulisch wird D. durch eine Tagesheimgruppe mit intensiver Elternberatung gefördert. In der Schule wird er entsprechend seinem emotionalen Entwicklungsstand und seinem Lernstand durch geeignete Fördermaßnahmen gefördert. D. wechselte in die Klasse 5 des Förderschulzweiges. In enger Beratung mit den Eltern und den Kollegen der Tagesheimgruppe wurden weitere Maßnahmen zur schulischen Förderung abgesprochen. Ds Leistungspotenzial nahm parallel zum Vertrauen in seine Lernumgebung und seinem gestärkten Selbstbewusstsein zu. D. wurde zunächst in einen Stützkurs Deutsch begleitet. Hier lag seine Stärke und er konnte hier weiter Zutrauen in seine Fähigkeiten gewinnen. Die Rücksprache mit dem dortigen Kollegen machte deutlich, dass Kevin den Lernanforderungen in diesem Fach sicher gewachsen ist. Da D. ein Kind ist, das klare Strukturen und Zuständigkeiten braucht, wurde in diesem Fall darauf verzichtet, ihn zunächst in einem Fach an der IGS unterrichten zu lassen. Er wurde direkt in die 5. Klasse der IGS rückgeschult. Diese Rückschulung wurde durch enge Kooperation und Beratung begleitet.
Erfolg:
Nach einem halben Jahr konnte der Förderbedarf aufgehoben werden. D. besucht erfolgreich die Klasse 6 der IGS. Im Fach Deutsch liegen seine Leistungen im guten Bereich, Mathe (seine eigentliche Angst und Schwäche! – B Kurs 4 Englisch: A Kurs 3) Derzeit wird die Förderung weiter durch das BFZ begleitet.
Fazit
Solche Beispiele gibt es viele an unserer Schule. Konstant liegt die Rückschulungsquote bei 30% eines Jahrgangs. Aber nicht ausschließlich Schüler, die Rückgeschult werden sollen erhalten diese Möglichkeit. Immer wenn die Leistungen und Interessen in einem Fach erfolgreich sind, ist die Teilintegration als Möglichkeit zur Tatsächlichen Integration umgesetzt.
Weitere Integrative Beschulung findet im Sportunterricht, den AGs und in Projektwochen statt. So dass einer Ausgrenzung der Förderschüler oder Umgekehrt der Angst vor der Förderschule vorgebeugt wird und alle Schüler der Schüler die Möglichkeit erhalten weitgehend vorbehaltlos durch die geeigneten Fördermaßnahmen in ihrem Lern- und Lebensweg begleitet zu werden.
Weitere Integrative Beschulung findet im Sportunterricht, den AGs und in Projektwochen statt. So dass einer Ausgrenzung der Förderschüler oder Umgekehrt der Angst vor der Förderschule vorgebeugt wird und alle Schüler der Schüler die Möglichkeit erhalten weitgehend vorbehaltlos durch die geeigneten Fördermaßnahmen in ihrem Lern- und Lebensweg begleitet zu werden.


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